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Alleine und schweigend schritt Papst Franziskus an diesem Freitag durch das Tor des Konzentrationslagers Auschwitz. Ein starkes Bild, gefolgt von vielen weiteren Bildern. Worte gab es nicht, der Papst hatte im Vorfeld bereits angekündigt, dort an den Orten des Schreckens keine Ansprache halten zu wollen, eine Entscheidung, für die er vor allem von den jüdischen Gemeinden sehr gelobt wurde.

 

Langsam wurde der Papst durch das so genannte Stammlager gefahren, durch die Backsteinbauten hindurch. Lange verweilte er auf einer Bank, offensichtlich um das alles auf sich wirken zu lassen und um zu beten. Am Block 11 des Lagers Dort wurde er auch von Polens Ministerpräsidentin Beata Szydło begrüßt, sie begleitete den Papst in den Block 11 hinein, wo der Papst elf Überlebende des Schreckens der Lager begrüßte. Wie beim Besuch des Papstes in Yad Vashem waren es einzelne, intensive und sehr persönliche Begegnungen, der Papst war sichtlich bewegt.

 Der Papst  blieb er einige Zeit an der Mauer stehen, an der bis zur Errichtung der Krematorien und Gaskammern in Birkenau 1943 die Opfer erschossen wurden, eine Mauer, welche von den Nazis selbst abgerissen worden war, die von Überlebenden und anderen nach dem Krieg zum Bedenken wieder errichtet worden war.

Besuch in der Hungerzelle

Im selben Block 11 befindet sich auch die Hungerzelle, in der Pater Maximilian Kolbe im August 1941 verhungerte. Auch hierhin ging der Papst, still und betend im Dunkel der Zelle.

Der zweite Teil seines Besuches im Doppellager führte den Papst dann ins Vernichtungslager Birkenau, nicht weit entfernt vom Stammlager, an den Ort der Gaskammern und der industriellen Vernichtung menschlichen Lebens. Der Papst wurde an der Rampe entlang gefahren, an der einst die Gefangenen zu Arbeitssklaven oder gleich zur Vernichtung getrennt wurden, er begab sich zu den Erinnerungs-Steinen am zentralen Gedenk-Ort und traf 25 so genannte „Gerechte unter den Völkern“, also Menschen die damals zur Zeit des Schreckens vor allem Juden versteckt und so gerettet hatten.

Auch in Birkenau herrschten Stille und Gebet vor, es gab keine Ansprachen und wenig symbolische Handlungen. Einen Augenblick des gemeinsamen Betens fand der Besuch dann im Gesang des Psalms 130, ein Rabbiner sang ihn vor, ein Priester einer Gemeinde, die während des Krieges Juden versteckt hatte, las ihn auf Polnisch vor. 

Papst Franziskus war der dritte Papst, der in das Doppellager Auschwitz-Birkenau gekommen war, das Symbol schlechthin für die Vernichtungspolitik der Nazionalsozialisten.

 

(rv 29.07.2016 ord)

 

P. Franziskus Twitter-Seite

* Lebensform *

 

"Die Verschiedenheit der kulturellen und nationalem Herkunft, der Lebensalter und der Veranlagungen, der Begabungen und der Fähigkeiten sind unser Reichtum. Es eint uns die gleiche Berufung zur Nachfolge und der gemeinsame Auftrag Pallottis, wenn wir auch innerhalb der Gemeinschaft verschiedene Aufgaben erfüllen". (Lebensform 91)

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"Im Zentrum unseres persönlichen und gemeinschaftlichen Lebens steht Christus, der Apostel des Ewigen Vaters. Sein Auftrag formt unser Denken, unsere Spiritualität, unser Gebet, unser Tun und Leiden." (Lebensform 19)

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"Als Jüngergemeinde sind wir um Christus, den Apostel des himmlischen Vaters, versammelt. Wie die Jünger wollen wir mit Jesus leben, werden von ihm ausgesandt und kehren zurück, um unser Tun in seinem Licht zu prüfen". (Lebensform 88)

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„Es ist unser besonderes pallottinisches Charisma, bei den Laien das Wachsen im Glauben und in der Liebe zu fördern, das Bewusst sein ihrer apostolischen Berufung zu wecken und mit ihnen zusammenzuarbeiten in der apostolischen Sendung.“ (Lebensform 21)

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"Unsere Beziehungen zueinander sollen geprägt sein vo der Liebe, die alles trägt, glaubt und hofft. Diese Liebe ist ohne Überheblichkeit und Eifersucht, sie verletzt nicht, läßt sich nicht erbottern und trägt nichts Böses nach. Sie wird nicht entmutigt, sondern bleibt freundlich und geduldig. Sie freut sich mit den anderen und trägt ihr Leid mit. In dieser Liebe sollen wir einander fördern und stützen". (Lebensform 90)