Besucher Zähler

17391231
Seit 2011
17391231

Papst Franziskus hat an diesem Mittwochabend seine erste Ansprache auf polnischem Boden gehalten. Menschenmengen trotzten dem Regen und säumten die Straßen, um Papst Franziskus in Krakau willkommen zu heißen; der Papst selbst war nur durch einen Überbau auf seinem offenen Jeep vor dem Regen geschützt. Vor Vertretern aus Politik und Gesellschaft sprach der Papst dann einige der Themen an, die ihm am meisten am Herzen liegen, von der Erinnerung und Vergebung über Migration und Lebensschutz.

Er freue sich, dass ihn sein erster Besuch in den östlichen Teil Mitteleuropas nach Polen führe, der Traum eines neuen europäischen Humanismus müsse mit „beiden Lungenflügeln“ atmen, zitierte er seinen Vorgänger Papst Johannes Paul II., der dieses anatomische Bild für Europa entwickelt hatte. Europas Kultur habe im Christentum seine kräftigste Wurzel, das sei etwas, was man nicht vergessen dürfe.

Wobei der Papst bei seinem ersten Thema der Ansprache war, bei der Erinnerung. „Das Gedenken kennzeichnet das polnische Volk“, so der Papst. „Immer hat mich das lebendige Geschichtsverständnis von Papst Johannes Paul II. beeindruckt. Wenn er von den Völkern sprach, ging er von ihrer Geschichte aus, um ihren Reichtum an Menschlichkeit und Spiritualität hervortreten zu lassen. Ein Identitätsbewusstsein ohne jede Überheblichkeit ist unerlässlich, um eine nationale Gemeinschaft auf dem Fundament ihres menschlichen, sozialen, politischen, wirtschaftlichen und religiösen Erbes aufzubauen.“ Treue zur Tradition und Offenheit für Erneuerung seien nur auf diesen Fundamenten möglich.

Identität und Zusammenarbeit

Auch Zusammenarbeit reife nur unter Achtung der eigenen Identität und der Identität anderer, fuhr der Papst fort. „Es kann keinen Dialog geben, wenn nicht jeder von der eigenen Identität ausgeht.“ Eine Warnung sprach er vor der „schlechten Erinnerung“ aus, die sich auf das Schlechte fixiere, „vor allem auf das, welches die anderen begangen haben“. Polen habe es geschafft, ein „gutes Gedenken“ vorherrschen zu lassen, er verwies auf die gegenseitig angebotene Vergebung durch die Bischöfe Polens und Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg.

Kraft und Gelassenheit brauche es, die Herausforderungen der Zeit anzugehen. „Diese erfordern den Mut zur Wahrheit und ein ständiges ethisches Engagement“, damit stets die Würde der Person respektiert würde. „Alles Tun ist davon betroffen: auch die Wirtschaft, das Verhältnis zur Umwelt und die Art des Umgangs mit dem komplexen Phänomen der Migration“. Womit der Papst ein weiteres Thema aufgriff.

Migration und Flüchtlinge

„Dieses letztere verlangt eine zusätzliche Portion an Weisheit und Barmherzigkeit, um die Ängste zu überwinden und das Optimum zu verwirklichen“, mahnte der Papst die Anwesenden. Zunächst müsse man die Ursachen für die Auswanderung aus Polen in den Blick nehmen, dann aber kam er auch auf Flüchtlinge zu sprechen: Es ist „die Bereitschaft zur Aufnahme derer notwendig, die vor Kriegen und Hunger fliehen; die Solidarität gegenüber denen, die ihrer Grundrechte beraubt sind, darunter des Rechtes, in Freiheit und Sicherheit den eigenen Glauben zu bekennen.“

Es brauche Formen der internationalen Zusammenarbeit, um Lösungen zur Überwindung der Kriege zu finden, welche die Menschen zwängen, ihre Heimat zu verlassen. „Es geht also darum, das Mögliche zu tun, um ihre Leiden zu lindern, ohne müde zu werden, klug und beharrlich für Gerechtigkeit und Frieden zu arbeiten und dabei im Handeln die menschlichen und christlichen Werte zu bezeugen.“

Schutz des Lebens

Ein weiterer wichtiger Punkt in der Papstansprache war die Achtung des menschlichen Lebens, „Das Leben muss immer angenommen und geschützt werden – beides gemeinsam: angenommen und geschützt – von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod, und alle sind wir aufgerufen, es zu achten und für es Sorge zu tragen“. Dazu gehöre aber immer auch die Begleitung in menschlichen Notlagen, „damit ein Kind niemals als eine Last, sondern als ein Geschenk empfunden wird“, so Papst Franziskus.

Polen könne sich auf die Hilfe der katholischen Kirche verlassen, schloss der Papst seine Ansprache. So könne das Land „im Licht der christlichen Grundsätze, die es orientieren und die die Geschichte und die Identität Polens geprägt haben, unter den veränderten geschichtlichen Bedingungen auf ihrem Weg voranzuschreiten, in Treue zu ihren besten Traditionen und erfüllt von Hoffnung und Zuversicht, selbst in schwierigen Momenten.“

 

Quelle: (rv 27.07.2016 ord) 

 

P. Franziskus Twitter-Seite

* Lebensform *

 

"Die Verschiedenheit der kulturellen und nationalem Herkunft, der Lebensalter und der Veranlagungen, der Begabungen und der Fähigkeiten sind unser Reichtum. Es eint uns die gleiche Berufung zur Nachfolge und der gemeinsame Auftrag Pallottis, wenn wir auch innerhalb der Gemeinschaft verschiedene Aufgaben erfüllen". (Lebensform 91)

________________

 

"Im Zentrum unseres persönlichen und gemeinschaftlichen Lebens steht Christus, der Apostel des Ewigen Vaters. Sein Auftrag formt unser Denken, unsere Spiritualität, unser Gebet, unser Tun und Leiden." (Lebensform 19)

________________

 

"Als Jüngergemeinde sind wir um Christus, den Apostel des himmlischen Vaters, versammelt. Wie die Jünger wollen wir mit Jesus leben, werden von ihm ausgesandt und kehren zurück, um unser Tun in seinem Licht zu prüfen". (Lebensform 88)

________________

 

„Es ist unser besonderes pallottinisches Charisma, bei den Laien das Wachsen im Glauben und in der Liebe zu fördern, das Bewusst sein ihrer apostolischen Berufung zu wecken und mit ihnen zusammenzuarbeiten in der apostolischen Sendung.“ (Lebensform 21)

________________

 

"Unsere Beziehungen zueinander sollen geprägt sein vo der Liebe, die alles trägt, glaubt und hofft. Diese Liebe ist ohne Überheblichkeit und Eifersucht, sie verletzt nicht, läßt sich nicht erbottern und trägt nichts Böses nach. Sie wird nicht entmutigt, sondern bleibt freundlich und geduldig. Sie freut sich mit den anderen und trägt ihr Leid mit. In dieser Liebe sollen wir einander fördern und stützen". (Lebensform 90)