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Seminar für Oberinnen – in Tansania

In diesem Jubiläumsjahr unserer pallottinischen Familie hatten wir die Ehre ein Seminar für die Oberinnen unserer Kommunitäten in Afrika und Indien hier bei uns auszurichten. Die Generalleitung hatte die Organisation übernommen unter dem Thema „Dient einander in der Liebe des Geistes“ (Gal 5,13). Der Blick war dabei gerichtet auf das ausdrucksvolle Gemälde von Sieger Köder, das Jesus und Petrus bei der Fußwaschung darstellt (Joh 14,1-7).

Am 20. April trafen die Teilnehmerinnen im Noviziat in Poli Singisi, bei Arusha ein – 2 Schwestern kamen von Südafrika, vier von Indien, sechs von Ruanda zusammen mit der Regionaloberin Sr. Bellancila Mukandahiro sowie 12 Schwestern von Tansania mit der Provinzoberin der Englischen Provinz Sr. Mary McNulty. Die Generalrätinnen Sr. Josephina D’Souza und Sr. Stella Holisz leiteten das Seminar. Während der letzten drei Tage begleitete Sr. Izabela Swierad, unsere Generaloberin aus Rom, die Teilnehmerinnen. Sie wird für die kanonische Visitation bis 14. Mai in Tansania bleiben.

Die Teilnehmerinnen waren gebeten worden, zur Vorbereitung auf das Seminar das Dokument der Kongregation für die Institute des geweihten Lebens und die Gesellschaften Apostolischen Lebens ‚Der Dienst der Autorität und der Gehorsam’ zu studieren und Antworten vorzubereiten zu Fragen, die sich auf das genannte Dokument sowie auf die pallottinische Spiritualität beziehen. Zur Eröffnung des Seminars feierte P. James Amasi SAC, Delegaturoberer für Tansania/Kenia, am Montag, dem 23. April die hl. Eucharistie.

Der Abschluss der Zusammenkunft war am 2. Mai. Ziel der Veranstaltung war es, den jungen Oberinnen die rechte Motivation und die Haltungen zu vermitteln, die Leitung in der pallottinischen Ordensgemeinschaft auszeichnen sollen, damit sie gute Oberinnen im Geiste unseres hl. Stifters Vinzenz Pallotti sein können.

Das Seminar war gut organisiert und die Themen waren anspruchsvoll. Sr. Stella hielt einen anregenden Vortrag über „Liebe und Zönakelerfahrung, die hinführen zum Dienst“. P. Romualdo Uzabumwana SAC, Regionaloberer für Ruanda/Kongo, der zwei Tage da war, sprach über den Dienst der Autorität in der Ordensgemeinschaft – andere begleiten auf dem Weg zu Gott. Am Mittwoch kam als Referentin Sr. Flora Mashughuli, Karmelitin der hl. Teresa vom Kinde Jesu, aus Dar es Salaam. Sie teilte mit uns ihre Erfahrungen über die Herausforderungen und Schwierigkeiten der Höheren- und Kommunitätsoberinnen internationaler Gemeinschaften in Missionsländern.

Auch unsere Mitschwestern aus Rom gaben Beiträge: am 26. April legte uns Sr. Josephina redegewandt Gedanken zum Thema Merkmale pallottinischer Leitung heute vor. Am Samstag erklärte uns Sr. Izabela die Rolle der Oberin in den kirchlichen Dokumenten und in den Schriften Vinzenz Pallottis.

Nach jedem Vortrag war Zeit für Austausch in Gruppen und im Plenum. Das war eine herausfordernde Erfahrung, für die Teilnehmerinnen aus verschiedenen Ländern mit unterschiedlichen Erfahrungen und verschiedenartigem Hintergrund in Bezug auf die Englische Sprache. Doch alles ging gut, und ein guter Geist der Zusammenarbeit und der Einheit war unter den Schwestern zu spüren. Für viele war es die erste Erfahrung, in einer internationalen Gemeinschaft zusammen zu leben und zu arbeiten. Die Liturgie war ein frohes und anregendes Erlebnis. Jedes Land trug von seinem kulturellen Reichtum bei, jeweils in der eigenen Sprache.

Die Teilnehmerinnen freuten sich über einen „Ausflug“ am Sonntag, dem 29. April. Die ganze Gruppe nahm in der Pallottinerpfarrei in Esso, Arusha an der Eucharistiefeier teil. Da es der Sonntag der geistlichen Berufe war, war es ein günstiger Anlass für die Schwestern, über ihre Berufung und Mission zu berichten. Alle staunten darüber, eine so lebendige Pfarrgemeinde anzutreffen – gegen tausend Kinder hatten sich zur Kindermesse eingefunden. Nach dem Gottesdienst luden die Pallottiner uns zu einem guten Mittagessen ein. Danach besuchten wir ihr Delegaturhaus und unsere Schwestern, die im Diözesanzentrum und im Usa- Fluß-Gesundheitszentrum nahe Arusha leben.

Am 1. Mai feierten alle Sr. Josephinas Namenstag, der mit einem kulturellen Abend mit Liedern und Tänzen ausklang. Einige Schwestern von Tansania und von außerhalb hatten das Programm vorbereitet.

Bei der Auswertungsrunde am letzten Tag des Seminars, am 2. Mai, beteiligten sich alle an dem lebhaften, herzlichen Austausch. Danach schloss Sr. Izabela die Versammlung mit Dankesworten und Ermutigung für die Schwestern. Abends vor der kurzen Aussendungsfeier wusch unsere Generaloberin in einer symbolischen Handlung allen Teilnehmerinnen die Hände. Dabei dienten die Worte Jesu als Vorbild, der sagte: „Wenn nun ich, euer Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so sollt auch ihr einander die Füße waschen“ (Joh 13,14). Das war eine andächtige und bewegende Zeremonie.

Das Seminar war ein historisches Ereignis und wurde aufgrund der im letzten Generalkapitel ausgesprochenen Empfehlung veranstaltet. Es ist auch eine Anerkennung gegenüber Tansania, dem Gastland, und es wird in die Geschichte unserer Gemeinschaft eingehen als das erste Seminar dieser Art, abgehalten auf afrikanischer Erde. Am 3. Mai kehrten die Schwestern in ihre jeweiligen Länder und Gemeinschaften zurück, bereichert und herausgefordert, und voll Dankbarkeit gegenüber Gott und der Generalleitung für die Gelegenheit zur Teilnahme am Seminar für Oberinnen.

Sr. Mary McNulty SAC, Provinzoberin

P. Franziskus Twitter-Seite

* Lebensform *

 

"Die Verschiedenheit der kulturellen und nationalem Herkunft, der Lebensalter und der Veranlagungen, der Begabungen und der Fähigkeiten sind unser Reichtum. Es eint uns die gleiche Berufung zur Nachfolge und der gemeinsame Auftrag Pallottis, wenn wir auch innerhalb der Gemeinschaft verschiedene Aufgaben erfüllen". (Lebensform 91)

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"Im Zentrum unseres persönlichen und gemeinschaftlichen Lebens steht Christus, der Apostel des Ewigen Vaters. Sein Auftrag formt unser Denken, unsere Spiritualität, unser Gebet, unser Tun und Leiden." (Lebensform 19)

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"Als Jüngergemeinde sind wir um Christus, den Apostel des himmlischen Vaters, versammelt. Wie die Jünger wollen wir mit Jesus leben, werden von ihm ausgesandt und kehren zurück, um unser Tun in seinem Licht zu prüfen". (Lebensform 88)

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„Es ist unser besonderes pallottinisches Charisma, bei den Laien das Wachsen im Glauben und in der Liebe zu fördern, das Bewusst sein ihrer apostolischen Berufung zu wecken und mit ihnen zusammenzuarbeiten in der apostolischen Sendung.“ (Lebensform 21)

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"Unsere Beziehungen zueinander sollen geprägt sein vo der Liebe, die alles trägt, glaubt und hofft. Diese Liebe ist ohne Überheblichkeit und Eifersucht, sie verletzt nicht, läßt sich nicht erbottern und trägt nichts Böses nach. Sie wird nicht entmutigt, sondern bleibt freundlich und geduldig. Sie freut sich mit den anderen und trägt ihr Leid mit. In dieser Liebe sollen wir einander fördern und stützen". (Lebensform 90)