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Unsere herausfordernde Mission unter den Massai

P. Drazan Klapez sagte: Wir würden eure Gemeinschaft gerne in unserer Pfarrei Dakawa und auch in der Diözese Morogoro willkommen heißen. Wir brauchen eure Hilfe und wir hoffen, dass ihr uns hier helfen könnt, die Bildung vor allem der Hirtenvölker zu verbessern. – Diese besondere Einladung des Pfarrers bekamen wir am Weihnachtstag im Jahr der Barmherzigkeit.

Hier in Tansania empfanden wir das als ein unglaubliches Geschenk und eine besondere Einladung. Wie könnten wir es dann ablehnen,  zu diesem Volk der Massai hinauszugehen, das die Botschaft des Evangeliums noch nicht gehört hat, zu diesen Frauen und Kindern, die Bildung brauchen? Wir stellen fest, dass es nicht einfach sein wird, eine Mission zu beginnen und dass es viele Opfer mit sich bringen wird, aber es ist Gottes Werk. Wir glauben, dass es das ist, wozu Papst Franziskus uns aufruft. In den letzten Monaten war es ein zentrales Anliegen unseres Gebetes und unserer Reflexion.

 

Im Februar 2017 begannen wir unsere neue Mission in der Dakawa-Pfarrei. Die Schwestern Veronica Ghuliku und Theresia Gurti wurden dorthin gesandt und nahmen im Gästehaus der Pfarrei Wohnung. Unsere Schwestern begannen im Pfarrkindergarten der Dakawa-Pfarrei zu arbeiten, und sie werden bald in der Schule in Morogoro beginnen.

Die meisten Menschen, die in diesem Gebiet wohnen, sind Massai, ein Volk, welches weltweit für seine starke Kultur und Tradition bekannt ist. Die Massai sind hauptsächlich Nomaden mit wenig Bildung, deren großer Wert ihre Rinder, Ziegen und Schafe sind. Für sie sind Kühe wichtiger als selbst Menschen! Eine unserer Schwestern sagte: „Eines Tages trafen wir einen jungen Massai, der uns sagte, dass er, wenn er gleichzeitig einem Menschen und einer Kuh begegnete, die um ihr Leben ringen, würde er zuerst die Kuh retten! Als wir ihn fragen warum, sagte er, dass ein Mensch geboren werden kann, doch eine Kuh zu kaufen, ist sehr teuer.“

Angesichts des Mangels an Schulbildung begegnet diese Gesellschaft vielen Herausforderungen, welche durch eine anständige Bildung überwunden werden könnten. Die meisten Massai sind intelligent und haben das Verlangen zu lernen, aber durch manche ihrer Bräuche wird ihnen Bildung vorenthalten. Eine Mutter sagte uns, dass die ersten und zweiten Jungen die Kühe hüten müssen; nur das dritte Kind darf in die Schule gehen. So werden viele Kinder nicht in die Schule geschickt, und ihre Hauptbeschäftigung ist es, Vieh zu weiden.

Anfang Mai zogen die beiden Schwestern in ein Magogo-Dorf, welches im Busch, ungefähr acht Kilometer von der Hauptstraße entfernt liegt. Sie leben nun in einem kleinen Haus, welches der Pfarrer für einen Wachmann gebaut hatte, um ein Bohrloch zu bewachen. Ihr Apostolat sieht jeden Tag anders aus und hängt von der Tageszeit ab. Die Schwestern tun zum Beispiel folgendes:

  • Zweimal täglich nehmen sie an Treffen und Gebeten kleiner christlicher Gemeinschaften teil.
  • Sie besuchen Leute, um sie kennenzulernen und ihnen die Gelegenheit zu geben, ihre Sorgen zu erzählen, vor allem den Müttern und Witwen, die zumeist frühe und Zwangsehen erlebten. Die Schwestern staunten, als sie mitbekamen, dass viele der Mütter Witwen sind. Aufgrund der Verbreitung von Polygamie bleiben die Frauen eines Mannes, der stirbt, oft ohne Schutz.
  • Die Schwestern geben jungen Morani-Männern, die Lesen und Schreiben lernen möchten, informellen Unterricht. Für manche Eltern ist es schwierig, Briefe zu lesen, die von Lehrern der Schulen geschickt werden. So müssen sie von Haus zu Haus gehen, um jemanden zu suchen, der ihnen die Schulberichte ihrer Kinder vorlesen kann.
  • Sie treffen auch junge Mütter, um sie lesen und schreiben zu lehren. Manche Frauen haben Handys, wissen aber nicht, wie sie Freunde oder ihre Männer anrufen können, weil sie keine Zahlen kennen; sie können nur die Antwort-Taste bedienen. Manchmal erzählen sie den Schwestern, welche Schwierigkeiten sie aufgrund früher oder Zwangsehen erlebt haben. Die Gespräche dauern oft bis spät in die Nacht, wenn die Schwestern gerne schon ins Bett gehen würden. Die Massai-Frauen wären froh um jemanden, der sie gerne finanziell unterstützen würde, damit sie regulären Unterricht haben können, um lesen und schreiben zu lernen.
  • Die Schwestern nehmen sich auch Zeit, die Kranken und Alten zuhause zu besuchen, in einfachen Bauten aus Stöcken und Ton mit einem Grasdach. Zurzeit begleiten die Schwestern tagsüber 2 Mädchen und nehmen sie nachts zu sich, um sie davor zu bewahren, gefangen genommen und in eine ungewollte Ehe zwangsverheiratet zu werden. Eines der Mädchen, die 15-jährige Deborah, soll einen Mann heiraten, der bereits 5 Frauen hat, und 3 junge Männer stellten der 13-jährigen Juliana nach, um sie zu entführen, weil einer von ihnen sie heiraten wollte.

Sr. Theresia hat bereits mit Hilfe des Pfarrers und landwirtschaftlicher Maschinen ein großes Gebiet kultiviert und mit Sonnenblumen bepflanzt, sowie einen Garten für Gemüse angelegt. Sie sagt, dass die Massai im Garten keine Hilfe sind, da sie keine Vorstellung von Gärten haben; doch sie versucht, ihnen etwas beizubringen.

Ein italienischer Freund von P. Drazan hat Pläne entworfen, um einen Konvent für die Schwestern zu bauen; jetzt wird für das Fundament gegraben und Spenden werden für das Projekt gesammelt. So sind die Tage der beiden Schwestern mit Erfahrungen im Busch und in der Hilfe für die Massai reichlich gefüllt.

 

Sr. Mary McNulty SAC

P. Franziskus Twitter-Seite

* Lebensform *

 

"Die Verschiedenheit der kulturellen und nationalem Herkunft, der Lebensalter und der Veranlagungen, der Begabungen und der Fähigkeiten sind unser Reichtum. Es eint uns die gleiche Berufung zur Nachfolge und der gemeinsame Auftrag Pallottis, wenn wir auch innerhalb der Gemeinschaft verschiedene Aufgaben erfüllen". (Lebensform 91)

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"Im Zentrum unseres persönlichen und gemeinschaftlichen Lebens steht Christus, der Apostel des Ewigen Vaters. Sein Auftrag formt unser Denken, unsere Spiritualität, unser Gebet, unser Tun und Leiden." (Lebensform 19)

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"Als Jüngergemeinde sind wir um Christus, den Apostel des himmlischen Vaters, versammelt. Wie die Jünger wollen wir mit Jesus leben, werden von ihm ausgesandt und kehren zurück, um unser Tun in seinem Licht zu prüfen". (Lebensform 88)

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„Es ist unser besonderes pallottinisches Charisma, bei den Laien das Wachsen im Glauben und in der Liebe zu fördern, das Bewusst sein ihrer apostolischen Berufung zu wecken und mit ihnen zusammenzuarbeiten in der apostolischen Sendung.“ (Lebensform 21)

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"Unsere Beziehungen zueinander sollen geprägt sein vo der Liebe, die alles trägt, glaubt und hofft. Diese Liebe ist ohne Überheblichkeit und Eifersucht, sie verletzt nicht, läßt sich nicht erbottern und trägt nichts Böses nach. Sie wird nicht entmutigt, sondern bleibt freundlich und geduldig. Sie freut sich mit den anderen und trägt ihr Leid mit. In dieser Liebe sollen wir einander fördern und stützen". (Lebensform 90)