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Sommer in Osteuropa

Für Gott gibt es keine Grenzen…

Vom 3.-13. Juli kamen Schwestern aus osteuropäischen Ländern zu einem Seminar in Żytomierz in unserem Hauptkonvent in der Ukraine zusammen. Aus Weißrussland nahmen Sr. Natalia Pieckulin, Sr. Olga Rynkiewicz und Sr. Snieżana Weryszko und aus Russland Sr. Irina Cziczerowa teil. Aus der Ukraine waren Sr. Julia Wolska, Sr. Galina Klimenczuk, Sr. Galina Soroczyńska, Sr.Galina Szpilowa, Sr. Katarzyna Gołub und Sr. Jadwiga Puchalska dabei und aus Polen Sr. Mirosława Włodarczyk, Sr. Blanka Sławińska und Sr. Monika Szupryt. Die pallottinische Familie wäre nicht vollständig, wenn Laien fehlten. Und so passte zu unserem Kreis Frau Prof. Izabela Owczaruk UAC perfekt. Sie lehrt Psychologie an der Warschauer Universität und ist Mitglied der Unio.

 

Dank der Provinzrätin Sr. Mirosława, die dieses Seminar organisiert hatte und dafür auch verantwortlich war, konnten wir gemeinsam beten, verschiedene Schriftstellen betrachten, die Kenntnis unserer eigenen Person durch psychologische Einheiten vertiefen und untereinander bessere Beziehungen aufbauen. Wir hatten auch die Gelegenheit, über unsere Anfänge nachzudenken und unser pallottinisches Charisma wieder zu entzünden. Das Ziel unserer Zusammenkunft war es, Gemeinschaft aufzubauen. Sowohl in Kleingruppenarbeit als auch im Plenum lernten wir unsere Länder besser kennen – die jeweilige Geschichte, die Traditionen und die Religion.

Frau Owczaruk leitete einen psychologischen und pädagogischen Workshop der vor allem folgende Themen aufgriff: Systemisches Denken in Bezug auf Gemeinschaft zwischen Menschen; Chancen und Grenzen im Selbstverständnis; Sich schuldig und verletzt fühlen; Kontakt zu anderen; Regeln für eine gute Kommunikation und einen guten Dialog; Konstruktive Akzeptanz von Meinungen und Krisen; Zusammenleben in einer Gemeinschaft.

Sr. Blanka und Sr. Monika, tragende Säulen der Provinz, waren ein einzigartiges Geschenk für uns. Sie hatten nicht nur interessante Sitzungen geplant sondern zeigten auch ihr großes Talent in der Küche und bereiteten in einer sehr kreativen Weise köstliche Mahlzeiten für uns zu.

Ein bereichernder Programmpunkt war die Feier des Gründonnerstagmahles, die eine der Traditionen unserer Kongregation ist. Sr. Monika leitete uns an diesem Abend in einer solchen Weise an, dass sich jede von uns wie einer der zwölf Apostel fühlte – um Jesus im Zönakel in Jerusalem vor 2000 Jahren versammelt. Jede Geste, jedes Zeichen, jedes Gebet, jeder Psalm, das Essen des Lammes und das Trinken des Weins aus dem Kelch versetzte uns ins biblische Geschehen, vereinte uns und bewegte unsere Herzen tief.

Am 7. Juli feierten wir die Gelübdeerneuerung von Sr. Irina Cziczerowa in einer Eucharistiefeier in unserer Kapelle. Der Zelebrant war P. Jarosław Olszewski SAC. Wir beteten für unsere Schwester und ihr Heimatland Russland und genossen die fröhliche Atmosphäre des Tages in allen Bereichen – in der Liturgie, den Wünschen, Geschenken, Gesängen, dem Essen und natürlich dem Kuchen.

Neben dem spirituellen und theoretischen Gehalt dieser Tage legten wir für das Ordensleben Zeugnis ab durch unsere Teilnahme an der Liturgie in der Pfarrkirche in Malowanka, einer Pfarrei, die von Pallottinern geleitet wird. Am ersten Donnerstag des Monats gestalteten wir das Gebet um Berufungen in der Pfarrei vom Göttlichen Erbarmen und viele andere kamen dazu. Voller Freude erinnerten wir uns an die Wallfahrt zum Marienheiligtum Unsere liebe Frau von Fatima in Dowbysz. Am Sonntag fand der jährliche Jugendtag statt, den P. Waldemar Pawelec SAC organisiert hatte. Viele junge Katholiken aus der Ukraine kamen zusammen, um ihren Glauben zu vertiefen und um die Bedeutung christlicher Berufung besser verstehen zu lernen. Auf unserem Weg besuchten wir auch die Pfarrei in Jabłonne, in der unsere Schwestern Katechismusunterricht geben und in der Pastoral tätig sind. Nach der Heiligen Messe trafen wir uns mit Gemeindemitgliedern und mit der Familie von Sr. Julia Wolska, die aus dieser Pfarrei stammt. Später hielten wir in unsrem Konvent in Kamienny Brod inne und aßen dort zu Abend. Sr. Anna Karpińska führte uns durch die Pfarrei der Hl. Theresia vom Kinde Jesu, wo Pallottiner und Pallottinerinnen zusammenarbeiten.

In Dowbysz hatten wir die Möglichkeit, mit vielen jungen Menschen zu sprechen. Abends hielten wir im Licht von Kerzen vor dem Heiligen Sakrament Anbetung. Unsere Schwestern hatten die Anbetung unter dem Thema Die Freiheit des Menschen und sein Auftrag vorbereitet. Mitten in der Nacht kehrten wir dann nach Hause zurück – müde aber glücklich.

Abschließend möchte ich sagen, dass diese zehn Tage des Zusammenseins reich an spirituellen Erfahrungen waren. Die letzte Einheit unseres Seminars war ein Schriftgespräch verbunden mit einer Aussendungszeremonie. Jede Teilnehmerin erhielt eine persönliche Schriftstelle und eine brennende Öllampe für die apostolische Mission im eigenen Land. Wir sind unsrem Herrn und Gott sehr dankbar für die Erfahrung der Einheit in der Vielfalt. Und wir möchten der Organisatorin des Treffens, Sr. Mirosława, unseren herzlichen Dank für ihre warme und mütterliche Herzlichkeit ausdrücken. Voll Hoffnung schauen wir in die Zukunft unserer Kommunitäten, Pfarreien und Länder. Wir glauben fest, dass Gott uns ein weiteres Mal die Möglichkeit schenken wird, solch eine wundervolle Zeit zu verleben.

 

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Sr. Galina Soroczyńska SAC

Foto:  Sr. Mirosława Włodarczyk SAC

P. Franziskus Twitter-Seite

* Lebensform *

 

"Die Verschiedenheit der kulturellen und nationalem Herkunft, der Lebensalter und der Veranlagungen, der Begabungen und der Fähigkeiten sind unser Reichtum. Es eint uns die gleiche Berufung zur Nachfolge und der gemeinsame Auftrag Pallottis, wenn wir auch innerhalb der Gemeinschaft verschiedene Aufgaben erfüllen". (Lebensform 91)

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"Im Zentrum unseres persönlichen und gemeinschaftlichen Lebens steht Christus, der Apostel des Ewigen Vaters. Sein Auftrag formt unser Denken, unsere Spiritualität, unser Gebet, unser Tun und Leiden." (Lebensform 19)

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"Als Jüngergemeinde sind wir um Christus, den Apostel des himmlischen Vaters, versammelt. Wie die Jünger wollen wir mit Jesus leben, werden von ihm ausgesandt und kehren zurück, um unser Tun in seinem Licht zu prüfen". (Lebensform 88)

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„Es ist unser besonderes pallottinisches Charisma, bei den Laien das Wachsen im Glauben und in der Liebe zu fördern, das Bewusst sein ihrer apostolischen Berufung zu wecken und mit ihnen zusammenzuarbeiten in der apostolischen Sendung.“ (Lebensform 21)

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"Unsere Beziehungen zueinander sollen geprägt sein vo der Liebe, die alles trägt, glaubt und hofft. Diese Liebe ist ohne Überheblichkeit und Eifersucht, sie verletzt nicht, läßt sich nicht erbottern und trägt nichts Böses nach. Sie wird nicht entmutigt, sondern bleibt freundlich und geduldig. Sie freut sich mit den anderen und trägt ihr Leid mit. In dieser Liebe sollen wir einander fördern und stützen". (Lebensform 90)