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Mt 18,15-20

1. Lässt du einen Verwundeten liegen? Was der Herr hier seinen Jüngern aufträgt, erscheint uns meist als unangenehme Pflicht. Jemanden - besonders, wenn dessen Wertschätzung uns etwas bedeutet - auf seine Sünde hinweisen? Gar nicht leicht! Doch was würdest du tun, wenn dieser von dir geliebte Mensch sich eine leibliche Wunde schlägt? Würdest du nicht sofort alles unternehmen, damit seine Wunde aufgedeckt, gereinigt, verbunden und geheilt werden kann? Jede Sünde, die ein Mensch begeht, verletzt seine Seele, weil sie ihn von Gott und dem von ihm kommenden Heil trennt. Kannst du an dieser Seelenwunde deines Nächsten vorbeisehen? Willst du ihm ein Wort sorgender Liebe verweigern, das ihm wieder die Tür zur Heilung öffnen kann, weil du um dein Ansehen bei ihm fürchtest? Bruder oder Schwester kannst du deinem Nächsten nur in der Wahrheit der Liebe Jesu bleiben, welche die Sünde in Einfachheit und ohne Bevormundung, aber dennoch klar benennt. Denn er kam, um die Sünde aufzudecken und dann hinweg zu nehmen. In Jesu leiblichen Wunden erkennen wir die Wunden unserer Seelen. Seine Liebe will deinen Bruder, deine Schwester heilen. Jesus baut hierfür auf deine Hilfe!

2. Hilfe holen! Wenn ein Mensch, dessen Verletzung oder Krankheit dich mit Sorge erfüllt, sich nicht helfen lassen will, lässt du ihn dann in Ruhe? Rufst du nicht gerade wegen deiner Liebe andere zu Hilfe, die sich mit seiner Erkrankung auskennen? Und wenn er auch auf sie nicht hören würde, würdest du ihn dann nicht einem Krankenhaus anvertrauen? Mit den Sünden-Wunden der Seele eines Menschen sollten wir eigentlich nicht anders handeln. Sie gehen uns an, weil wir alle in Christus eine Gemeinschaft sind. Diese Gemeinschaft bleibt nicht dieselbe, wenn eines ihrer Glieder verletzt ist oder verloren geht. Es ist in deinem eigenen Interesse und in dem der Gemeinschaft, dass dein Bruder, deine Schwester ein lebendiger Teil von ihr bleibt. Du selbst verlierst all die Gaben, die Gott dir und deiner Gemeinschaft durch ihn, durch sie schenken will. Wenn die Glieder der Gemeinschaft in Christus sich eines in Sünde gefallenen Mitglieds in Liebe annehmen, so bekennen sie auch: Wir lieben dich, wir wollen nicht auf dich verzichten!

3. Beurteilen, aber nicht aufgeben! Die Liebe Jesu ist bis zum Äußersten gegangen, um uns von Tod und Sünde zu erlösen. Jesus kann die Sünde des Menschen nicht verleugnen, nicht schönreden – um des Menschen selbst willen. Wer ausdrücklich in seiner Sünde, in seiner Krankheit verharren will, riskiert oft mehr oder weniger bewusst seinen Tod, nimmt ihn in Kauf. Jesus redet um diese Tatsache nicht herum. Doch zugleich öffnet er einen Ausweg: Im gleichen Atemzug verleiht er seinen Jüngern in seinem Namen eine Macht zu lösen und zu binden, eine Macht der Bitte und Fürsprache, von der sich der Himmel bewegen lassen wird. Niemals sollen wir aber einen Bruder oder eine Schwester, die sich bewusst von Gott abgewandt hat, aufgeben. Auch wenn er für uns wie ein Heide gelten soll, denn auch für die Heiden betet der Christ! Wir dürfen und sollen in Jesu Namen bitten, dass er oder sie geheilt wird. Die Liebe Jesu kann Wege zu einem Herzen finden, die wir nicht einmal erahnen können. Jesu Hingabe an den Vater ist so groß, dass der Vater um seinetwillen gewähren wird, was wir für jene erbitten, die wir lieben.

Von Angelika Knauf

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* Lebensform *

 

"Die Verschiedenheit der kulturellen und nationalem Herkunft, der Lebensalter und der Veranlagungen, der Begabungen und der Fähigkeiten sind unser Reichtum. Es eint uns die gleiche Berufung zur Nachfolge und der gemeinsame Auftrag Pallottis, wenn wir auch innerhalb der Gemeinschaft verschiedene Aufgaben erfüllen". (Lebensform 91)

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"Im Zentrum unseres persönlichen und gemeinschaftlichen Lebens steht Christus, der Apostel des Ewigen Vaters. Sein Auftrag formt unser Denken, unsere Spiritualität, unser Gebet, unser Tun und Leiden." (Lebensform 19)

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"Als Jüngergemeinde sind wir um Christus, den Apostel des himmlischen Vaters, versammelt. Wie die Jünger wollen wir mit Jesus leben, werden von ihm ausgesandt und kehren zurück, um unser Tun in seinem Licht zu prüfen". (Lebensform 88)

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„Es ist unser besonderes pallottinisches Charisma, bei den Laien das Wachsen im Glauben und in der Liebe zu fördern, das Bewusst sein ihrer apostolischen Berufung zu wecken und mit ihnen zusammenzuarbeiten in der apostolischen Sendung.“ (Lebensform 21)

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"Unsere Beziehungen zueinander sollen geprägt sein vo der Liebe, die alles trägt, glaubt und hofft. Diese Liebe ist ohne Überheblichkeit und Eifersucht, sie verletzt nicht, läßt sich nicht erbottern und trägt nichts Böses nach. Sie wird nicht entmutigt, sondern bleibt freundlich und geduldig. Sie freut sich mit den anderen und trägt ihr Leid mit. In dieser Liebe sollen wir einander fördern und stützen". (Lebensform 90)