Liturgisches

Donnerstag der 25. Woche im Jahreskreis

Lk 9, 7-9

1.  Unser tägliches Gespräch mit Gott. Herodes' Wunsch Jesus zu sehen ist nicht auf Glauben oder Motive der Bekehrung begründet. Während seines gesamten Gefängnisaufenthaltes hat Johannes der Täufer Herodes immer wieder zur Bekehrung eingeladen. „Herodes fürchtete sich vor Johannes, weil er wusste, dass dieser ein gerechter und heiliger Mann war. Darum schützte er ihn. Sooft er mit ihm sprach, wurde er unruhig und ratlos, und doch hörte er ihm gern zu.“ (Mk 6,20). Aber Herodes verschob seine Bekehrung immer wieder. Wir müssen uns täglich bekehren. Es ist nicht genug, nur zu sagen, dass wir Jesus als unseren persönlichen Herrn und Retter angenommen haben und „wiedergeboren“ sind, wir müssen beginnen, das neue Leben zu leben und unsere Entscheidung für Christus jeden Tag zu erneuern. Heute will ich mich von meinen Schwächen und Unzulänglichkeiten abwenden. Ich möchte dir näher kommen, Herr.

 

2. Was ist die Wahrheit. Es gibt Momente im Leben, in denen wir in den Spiegel schauen und uns so sehen müssen, wie wir wirklich sind. Man braucht Mut, um direkt zu schauen und zu fragen „Was machst du aus dir und den Talenten, die Gott dir gegeben hat?“ Nun ist nicht alles in Herodes' Leben relativ; eine Wahrheit akzeptiert er: „Ich habe Johannes enthauptet.“ Dies hätte der Ausgangspunkt für eine wahre Bekehrung und Annahme von Gottes Barmherzigkeit in seinem Leben sein können. Alles, was er über Jesus hörte, beunruhigte sein Gewissen. Er fürchtete sich davor, dass seine Sünde zurückkommen und ihn verfolgen würde. Bekehrung beginnt immer mit der Akzeptanz unseres Versagens und unserem Hang zum Bösen. Der heilige Philipp Neri soll sich jeden Morgen im Spiegel betrachtet und gesagt haben: „Herr, pass heute darauf auf, dass Philipp dich nicht wieder betrügt.“

3. Selig sind die, die reinen Herzens sind. Jesus selbst lehrte uns in den Seligpreisungen: „Selig, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen.“ Um diese Seligpreisung ein wenig detaillierter zu erklären, sagt Gregor von Nyssa: „Derjenige, der Gott schaut, besitzt in diesem Akt des Schauens alles, was es an Gutem gibt. So verstehen wir das unendliche Leben, die Unvergänglichkeit und die nie endende Seligkeit. Damit werden wir uns am ewig währenden Reich des nie endenden Glücks erfreuen; wir werden das wahre Licht sehen und die süße Stimme des Geistes hören; wir werden unaufhörlich über alles frohlocken, was gut ist in der unerreichbaren Herrlichkeit.“ Gott zu schauen und zu besitzen ist das Ergebnis unserer täglichen Bekehrung. Es ist das Versprechen eines Friedens im Herzen, wahren Glücks und ewigen Lebens. Es ist die Fülle von allem, nach dem man sich in diesem Leben und im ewigen Leben sehnen kann. Es ist die eigentliche Bedeutung unserer Existenz. Was können wir mehr wollen?

Von P. Barry O’Toole